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Artenschutz

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Der Mensch verdrängt eine Million Tier- und Pflanzenarten!

Erstmals seit 14 Jahren haben Experten wieder eine globale Bestandsaufnahme der Artenvielfalt vorgelegt. Dem Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES zufolge sind etwa eine Million von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Besonders gefährdet sind Amphibien, Korallen und viele Pflanzen.

Neu an dem aktuellen Bericht ist, dass er den Artenschwund nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit der zweiten die Menschheit bedrohenden Krise beleuchtet, dem Klimawandel. Artenschutz und Klimaschutz gelten vielen nach wie vor als unvereinbar. Größter Streitpunkt sind Energiepflanzen wie Raps und Mais, die zwar dazu beitragen den CO₂-Ausstoß zu verringern, aber auch große Flächen verbrauchen, was schlecht für die Artenvielfalt ist. „Der Weltbiodiversitätsrat und der Weltklimarat wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten“, sagt Josef Settele, Co-Vorsitzender des IPBES. Entscheidend sei, wie man in Zukunft den Energiesektor weiterentwickele. „Wind- und Wasserenergie beispielsweise könnten Druck von der Fläche nehmen“, sagt Settele.

Was zu tun wäre, um den Zustand der Erde zu verbessern, ist seit langem bekannt. Schon 2010 haben sich 150 UN-Staaten zu den so genannten Aichi-Zielen bekannt. Bis zum Jahr 2020 sollte demnach unter anderem der Verlust an natürlichen Lebensräumen halbiert werden. Schon bis zum Jahr 2030 könnte sich die Situation verbessern, schreiben die Autoren. „Die Zeit läuft uns davon“, sagt Günter Mitlacher, der bei der Umweltschutzorganisation WWF die Abteilung internationale Biodiversitätspolitik leitet. „Auf der Konferenz wurde lange um möglichst einfache und verständliche Formulierungen gerungen, um die Dramatik und die Dringlichkeit zu verdeutlichen“, sagt er.    Denn der Weltbiodiversitätsrat kann nur Empfehlungen geben.

Ob und was davon umgesetzt wird,  entscheiden die Politiker in den einzelnen Ländern. Leicht wird das nicht sein, denn die Wissenschaftler fordern nicht mehr und nicht weniger als ein grundsätzliches Umdenken in allen Bereichen der Gesellschaft.

Lasst uns die Artenvielfalt erhalten !