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Bundespräsident dankt Spremberger für Schutz einheimischer Vögel

Vogelkundler und Naturschützer Ronald Beschow war zum Neujahrsempfang im Schloss Bellevue eingeladen

Spremberg/Berlin Erstmals seit 14 Jahren wurde jetzt wieder ein Spremberger als verdienstvoller Bürger zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen. 2001 wurde diese Ehre Fritz Dubiel zuteil, der sich als Mitglied der Domowina viele Jahre für die Pflege der sorbischen Kultur eingesetzt hat.

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Ronald Beschow. Foto: trt

Am vergangenen Freitag gehörte nun der Spremberger Ornithologe und Naturschützer Ronald Beschow (58) zu jenen knapp 60 Bürgern aus der gesamten Bundesrepublik, denen Bundespräsident Joachim Gauck und Lebensgefährtin Daniela Schadt mit einem persönlichen Händedruck für ihr ehrenamtliches Engagement dankten.Nach der Rückkehr aus Berlin sprach die RUNDSCHAU mit Ronald Beschow über ein strenges Protokoll und die außergewöhnlichen Begegnungen dieses Tages.

Herr Beschow, herzlichen Glückwunsch zu der Ehre dieser Einladung. Wie haben Sie den Tag in Berlin erlebt?Zuerst mal: Ich habe mich sehr gefreut, als ich im Dezember die Einladung ins Schloss Bellevue erhielt. Aber natürlich ist mir diese Ehre nur stellvertretend für alle unsere ehrenamtlichen Mitstreiter übertragen worden, die sich im Fachbereich Vogelschutz engagieren und hier seit Jahrzehnten eine wichtige Arbeit leisten. Ihnen allen gilt also der Dank des Bundespräsidenten, so sehe ich das jedenfalls.

Wie läuft ein solcher Empfang des Staatsoberhauptes ab?Während des Defilees am Vormittag wurde jeder der geladenen Gäste Joachim Gauck und seiner Partnerin persönlich vorgestellt. Man konnte ein paar wenige Worte wechseln und anschließend wurde ein Erinnerungsfoto gemacht. Ich habe die Gelegenheit genutzt und dem Bundespräsidenten den 2012 erschienenen Brutvogelatlas Brandenburg-Berlin überreicht, bei dem ich Mitautor bin. Natürlich folgt dieser Empfang einem strengen Protokoll – da bleibt kein Raum für lange Gespräche. Dann schloss sich ein Dinner mit drei Gängen für die geladenen Gäste an.

Gab es für Sie im Schloss Bellevue noch andere außergewöhnliche Begegnungen?Ja, sehr viele. Am beeindruckendsten waren aber nicht die Gespräche mit Politikern aus Landes- und Bundespolitik, sondern die Begegnungen mit den anderen Ehrenamtlern. Es war eine enorme Vielfalt der gesellschaftlichen Bereiche abgedeckt. So saß ein Ehepaar, das in Kenia eine Schule mit aufgebaut hat und unterstützt, neben einer bayerischen Kreisbäuerin, die sich für die einheimische Milch stark macht, neben Studenten, die kostenlosen Nachhilfeunterricht für benachteiligte Jugendliche leisten, damit diese ihre Bildungschancen erhalten können.

Wenn Sie die Möglichkeit gehabt hätten, dem Bundespräsidenten mehr über Ihre Arbeit im Vogel- und Naturschutz zu berichten – was wäre das gewesen?Ich finde, dass die ganz praktischen Erfahrungen für den Schutz der einheimischen Tiere und Pflanzen wieder stärker eine Rolle im Schulunterricht spielen sollten. Kinder und Jugendliche werden heute im Rahmen des Unterrichts so wenig wie nie zuvor mit der Thematik konfrontiert. Aber das wäre notwendig, damit auch in Zukunft Nachwuchs in den Naturschutzverbänden heranwächst.

Mit Ronald Beschow

sprach Catrin Würz

                  LR vom 09.05.2017
                                                                                                                                     Vogelwanderung 2017 b                                                                                          LR                  Für Fledermaus und

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               LR v.08.02.2017

          Für Fledermaus und Wildblume

 
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FOTO: ANNETT IGEL-ALLZEIT

Die Bühlower Friedhofskapelle wird Fledermausquartier und bleibt auch als wertvolles Bauwerk in der Dorfgeschichte erhalten.

SPREMBERG

Die Friedhofskapelle in Bühlow ist bautechnisch so instand gesetzt, dass sie jetzt als Fledermausquartier möbliert“werden kann.                            

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                                                                                                                                                                  OLYMPUS DIGITAL CAMERA                                                         Fotos:H.Peschel

LR v.19.05.2017

Braunes Langohr wird erwartet

Die Bühlower Friedhofskapelle gehört jetzt den Fledermäusen, Vögeln und Lurchen.

VON ANNETT IGEL-ALLZEIT

SPREMBERG Die Friedhofskapelle in Bühlow ist gerettet. Sie gehört jetzt den Fledermäusen, Lurchen,Vögeln, Hornissen .Eins der beiden Kapellenfenster wurde zum kleinen Einflugloch umgestalten,in einer Ecke ein Steinhaufen aufgeschichtet, Holzschalungen und Sauerkrautplatten an der Wand befestigt, ein Sockel aus alten Mauersteinen und Nischen hochgezogen, Betonhohlblöcke aufgestellt.Daniel Glaser, Leiter der Betriebssätten des Behindertenwerkes Spremberg, stellt die Holzleiter an die Luke zum Dachboden. Fürs Ausleuchten hat Wieland Böttger, Vorsitzender des Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes (NABU), eine große Taschenlampe mitgebracht.Denn während im Kapellenraum nun ideale Bedingungen fürs Überwintern der Fledermäuse herrschen,eignet sich der Dachboden als Sommerquartier der kleinen Flugsauger. Das Behindertenwerk arbeitet seit einigen Jahren mit dem NABU zusammen. Unsere Beschäftigten sind froh über etwas Abwechslung außerhalb der Werkstätten. Und so ein Fledermausquartier zu möblieren, ist schon eine spannende Aufgabe , sagt Daniel Glaser. Das Dach haben Dachdecker mit alten Ziegeln neu gedeckt.Die Dachfirstziegel wurden mit kleinen Holzscheiten leicht angehoben, damit die Fledermaus darunter passt. Schwalbenbretter, die durchaus auch andere Vögel nutzen, fanden an der Rückseite der Fassadentürmchen Platz. Und stolz ist Glaser auch auf die Gestaltung der Kapellenrückwand, wo die Lurche ihr Einschlupfloch haben. Zur Einweihung des neuen Fledermausquartiers am Donnerstag auf dem Bühlower Friedhof hatte der Spremberger NABU-Regionalverband die Helfer und Förderer eingeladen. Und die beiden Fledermausexperten unter ihnen der Diplombiologe Jens Teubner vom Landesamt für Umwelt und Günter Walczak, Fledermaus- Sachverständiger beim Senftenberger NABU-Regionalverband, der den Sprembergern oft hilft , freuten sich über das Kleinod in der Friedhofsruhe. Sie konnten bei der Begehung den Sprembergern Naturfreunden zeigen, wo genau den Fledermäusen noch eine Anflugleiste hilft. Auch Claudius Schneider vom Fördermanagement Naturschutzfonds Brandenburg war gekommen, um zu sehen, wie die Umgestaltung so einer Kapelle, die es in vielen Dörfern Brandenburgs gibt, gelingen kann.  Mit 7268 Euro hatte die Naturfonds-Stiftung aus Mitteln des Zweckertrages der Lotterie Glücksspirale das Bühlower Naturschutzprojekt unterstüzen können. Die zweite Hälfte der Kosten teilen sich die Stadt Spremberg, der Landkreis Spree- Nei?e, der NABU-Bundesverband und die Leag. Aber auch Bühlower Bürger halfen, sagt Wieland Böttger:  Sie haben für uns einen Anbau aus DDR-Zeiten abgerissen, damit die Kapelle wieder in ihrer ursprünglichen Form dasteht. Der Sellessener Ortsvorsteher Hardy Kordian ist froh. 2009 hatten Bühlower noch für den Erhalt der Kapelle demonstrieren müssen. Wie Doritha Drews, die zuständige Sachgebietsleiterin im Rathaus, bestätigt, hätte die Stadt  die Kapelle als Trauerhalle einfach nicht halten und sanieren können. Die zwei Tafeln mit den Namen aller Gefallenen im Ersten und Zweiten Weltkrieg aus Bühlow, die in der Kapelle hingen, haben einen neuen Platz in der Spremberger Kreuzkirche gefunden. Und auch über die beiden alten Leuchter, die jetzt bei den Umbauten auf dem Dachboden entdeckt worden, will Kordian mit dem Gemeindekirchenrat sprechen. Vielleicht finden sie Platz bei den Tafeln, hofft Kordian.

 

 INFO                                        

18 Fledermausarten gibt es in Brandenburg

Inzwischen sind für das Land Brandenburg 18 Fledermausarten bestätigt Jens Teubner vom Landesamt für Umwelt (LfU). Zumindest mit dem Braunen Langohr, mit dem Grauen Langohr,mit der Zwergfledermaus und durch die Nähe zur Talsperre auch mit der Wasserfledermaus dürfen        die Bühlower in ihrer Friedhofskapelle rechnen. 150 Naturfreunde helfen landesweit, die Fledermäuse zu beobachten und zu zählen. Auch der Spremberger Regionalverband will sich nach den Umbauten mehr am Zählen beteiligen. Weil dass nicht allein mit Feldstecher und Klappstuhl gelingt, haben wir uns jetzt eine Horchbox angeschafft, so der Spremberger NABU- Vorstandsvorsitzende Wieland Böttger. 

 

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Das Biotop „Mutzoka“ in Weskow soll weiter gepflegt werden.

Die Teichsanierung in Schönheide soll 2017 vorbereitet werden. In Hornow wird ein Trafohäuschen für die Fledermäuse hergerichtet. Für die Cantdorfer Wiesen gibt es nach einem Schreiben von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg noch Hoffnung auf Fördermittel.

Das Konzept, das Angler, Naturschützer und Cantdorfer mitentwickelt hatten, muss allerdings noch einmal überarbeitet werden.

Wie Wieland Böttger, der Vorsitzende des Regionalverbandes, in der jüngsten Jahresversammlung des Spremberger NABU-Regionalverbandes ankündigt, wollen die Spremberger Naturschützer künftig noch enger mit den Ortsbeiräten zusammenarbeiten. „Sie leben dort, wissen, wo es Probleme gibt und wo wir ihnen helfen könnten“, erklärt Böttger. Für die Projekte in den Ortsteilen von Spremberg hat sich der Dorfentwicklungsverband Niederlausitz zu einem wichtigen Partner des

Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes entwickelt. 69 Mitglieder hat der Regionalverband Spremberg des Naturschutzbundes, etwa zwölf Prozent gelten als ständig aktiv, helfen bei der Pflege, bei Montagen, beobachten Vögel, ganze Biotope, fotografieren, werten Fotofallen aus. Und wenn in der großen Versammlung zum Jahresbeginn Bilanz gezogen, zu den Finanzen

referiert und über die Vorhaben 2017 diskutiert wird, ist jeder Platz im kleinen Klassenraum im Nabu-Domizil am Wasserwerk besetzt.

Im Vorjahr hatten sie ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert, den achten Wasser- und Naturschutztag mit Fachvorträgen auf hohem Niveau abgehalten und zum zweiten Kindernaturschutztag viele Kinder mit Eltern und Großeltern begrüßt. Und von den 35 ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten, die der Landkreis Spree-Neiße hat, stellt fünf der Spremberger NABU.

Als Krönung bekamen die Spremberger Naturschützer 2016 den Umweltpreis des Spree-Neiße- Kreises für ihr Engagement für

Fledermäuse. Mehrere Schulklassen besuchten den „Kleinen Naturpark“. Christa Wölk, die mit den Kindern Bäume bestimmt und Wasserproben an den kleinen Biotopen nimmt, brauche aber mehr Unterstützung im Verein, sagt Böttger. „Überhaupt müssen wir die Breitenarbeit im Verband ausbauen und die Zahl der Naturfreunde erhöhen, die mit uns aktiv werden.“

Als Neuer im Regionalverband konnte der Stadtverordnete und Bauausschussvorsitzende Peter Reininger in der Jahresversammlung begrüßt werden. „Wieland Böttger hat seinen Vortrag jüngst im Bauausschuss wirklich gelebt.Das hat mich beeindruckt. Der NABU sollte regelmäßig im Bauausschuss berichten“, schlägt Reininger vor. Ob es um Nachpflanzungen oder die Zukunft einzelner Flächen gehe – die Naturfreunde könnten den Ausschussmitgliedern bei manchen Vorhaben die Augen öffnen, vermutet Reininger. Sind zum Beispiel Amberbäume auch mit Blick auf die Vögel und Insekten ein Ersatz für Linden und Ebereschen in Spremberg?

Im März wird es erneut Gespräche zu den Cantdorfer Wiesen geben. Schwerpunkt sollen in diesem Jahr die Wiesen und Wildblumen werden. Wenn im öffentlichen Bereich zum Beispiel am Hang zum Schwanenteich zu oft gemäht wird, schadet das den Insekten. Weil dieses Thema aber sehr verschieden diskutiert wird, müssen hier auch die Bürger informiert und sensibilisiert werden, so Wieland Böttger.

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LR v.01.03.2017

Weskower Ortsbeirat will noch mehr Natur  SPREMBERG (ani)

Der Spremberger Regionalverband des Naturschutzbundes kann Nistkästen für den Waldkautz an alten Eichen an der Bullenwiese in Weskow anbringen. Der Ortsbeirat hat einer Anfrage dazu zugestimmt. Positiv entschieden wurde auch zu mehreren Ersatzpflanzungen im Bereich Veilchenhöhe, Bullenwiese und Rehwinkel. Eine abgestorbene Vogelbeere wird ersetzt, eine Reihe Stieleichen durch zwei Bäume erweitert, und drei Elsbeeren, Baum des Jahres 2011, sollen in Weskow eine neue Heimat finden. Derzeit wachsen sie vor der Papierfabrik Spremberg, werden aber weichen müssen, wenn die zweite Papiermaschine kommt.

 
 
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 LR v. 06.03.2017

Kinder erleben die Natur

SPREMBERG (ani)
Der Termin für den dritten Kindernaturschutztag steht. Wie Harald Peschel, Sprecher des Spremberger Nabu-Regionalverbandes bestätigt, wird er am 10. Juni, am Anglerheim in Spremberg stattfinden. Von hier aus starten Touren in die Natur. Die Kinder können nach winzigen Wassertieren suchen, basteln, raten und mit den jungen Anglern ins Gespräch kommen. Willkommen sind die Familien mit ihren Kindern von 9 bis 14 Uhr.
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Die Blütenträume sollen diesmal reifen

Blühende Wiesen haben die Spremberger Naturschützer zu ihrem nächsten Schwerpunkt erklärt.

Mit Doritha Drews, als Sachgebietsleiterin im Rathaus auch verantwortlich für Grün in der Stadt, suchen sie jetzt nach geeigneten Flächen.

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Foto: Anja Hummel

Idylle pur: Die Anlage eines Blühstreifens bei Elsterwerda von Imkerverein und Sponsoren als Erfolg gefeiert. Aber was auf oder zwischen Feldern als Erfolg gilt, wird in Städten nicht immer gern gesehen.

Es hat Zeiten gegeben, so Harald Peschel, Sprecher des NABU-Regionalverbandes Spremberg, da wuchsen in den Slamener Kuthen, auf dem Georgenberg, im Kochsagrund und in den Cantdorfer Wiesen Lungenenzian und Türkenbund, Teufelsabbiss und Sumpf-Herzblatt. „Heute dürfte es vielen Sprembergern schwerfallen, diese Pflanzenarten noch zu erkennen – einfach weil sie aus der Übung sind und diese blühenden Pflanzen gar nicht mehr finden.“ Waldböden voller Frühlingsboten, blühende Heide sind selten geworden. Harald Peschel hat eine lange Liste vor sich liegen. „Das sind Wiesenblumen, die noch bei uns vorkommen – 29 sind mir spontan eingefallen.“ Die Liste reicht von der Akelei, Bärenklau und Blutweiderich über Gänseblümchen, Klatschmohn – Wildblume des Jahres 2017, verschiedenen Nelken und Kleearten bis zur Wiesenglockenblume. Der Hang am Schwanenteich könnte eine wunderschöne Wiese werden, die Grünstreifen zwischen Fuß- oder Radwegen und den Fahrbahnen, der Stadtpark. Das Ehepaar Lehmann aus Schwarze Pumpe erinnern sich noch an eine Wiese voller Blüten neben dem Spielplatz in der Clara-Zetkin-Straße in ihrem Ortsteil. „Das war richtig schön – bis alles abgemäht wurde und die Fläche nur noch grau wirkte.“

Bei Doritha Drews im Rathaus rennt der NABU mit seiner Idee offen Türen ein. Wildblumen auf den Wiesen, das mag sie auch. Doch bei ihr rufen nicht nur Naturfreunde an, sondern auch Bürger, für die eine Wiese, die mehr als zehn Zentimeter hoch ist, ein Ärgernis ist. „Deshalb ist es nicht so einfach, Orte für das Vorhaben zu finden. Am Schwanenteich ist es schwierig, weil dort regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Aber im Stadtpark ist es denkbar – man könnte ja Flächen dafür auswählen, sie eingrenzen. Und auch der Schomberg, wo durch den Abriss der Wohnblöcke große freie Flächen entstanden sind, könnte ich mir das gut vorstellen“, zählt Doritha Drews auf. Einmal im Jahr mähen müsste man auch diese Flächen – „aber dann wirklich erst im Herbst, wenn alles abgeblüht ist“, erklärt Doritha. Aber um das zu schaffen, müssen die Bürger und die Ortsbeiräte und die Stadtverordneten sensibilisiert werden – das wissen Doritha Drews, Sprembergrs NABU-Chef Wieland Böttger und auch Imker wie Uwe Tzscheppan. „Zukunft ist, was blüht“, erklärt der Gubener, der sich nicht nur um die Bienen, sondern um alle Insekten sorgt. „Sobald die Obstbaumblüte vorbei ist, beginnen unsere Insekten schon zu hungern“, weiß er. Solche Wiesen am Feldrand, an Wegen und auch mitten in der Stadt würden da sehr helfen.

In Guben versucht Uwe Tzscheppan die Stadtverwaltung seit Jahren davon zu überzeugen. Vergeblich. Die Stadt sei sich ihrer Verantwortung für die Förderung der Biodiversität bewusst, sagt Uwe Schulz, Leiter des Fachbereichs Ordnung bei der Stadtverwaltung Guben. „Aber aus Gründen der Verkehrssicherheit und der allgemeinen öffentliche Erwartungshaltung ist es nicht möglich, an Hauptverkehrsstraßen die Vegetation ihrem Zyklus uneingeschränkt zu überlassen.“ Aber an „weniger öffentlichkeitswirksamen Standorten“ habe es auch Guben schon mit der „naturgerechten Bewirtschaftung“ versucht und etwas seltener gemäht.

Einen Vorteil hätten diese Wiesen für die Kommunen durchaus, findet Harald Peschel:  „Sie benötigen keinen großen Aufwand bei der Erhaltungspflege. Ein- bis zweimal mähen im Jahr reicht vollkommen, um einen langfristigen Bestand der Flächen sicherzustellen. Und um eine solche blühende Wiese zu schaffen, muss nur die Mahd einer Blumenwiese auf einer Fläche verteilt werden. Das samt von allein aus.“ Ein Konzept dazu, so Peschel, liege der Stadt Spremberg längst vor. „Und auch wenn die Landesgartenschau 2019 nicht nach Spremberg kommt, sollte ein solches Konzept weiter beachtet werden.“

Zum Thema:
Gut Beispiele gibt es nicht nur in Österreich, in der Schweiz oder in Polen, sondern auch die Deutschen besinnen sich. Auf der Schwäbischen Alb sind Wiesenbauern verpflichtet, einen etwa ein Meter breiten Wiesenstreifen zu lassen, um Insekten und Vögeln eine Chance zu geben. Erst bei der nächsten Mahd wird er mit gemäht und ein neuer Streifen stehen gelassen.Der Elsterwerdaer Imkerverein hat 2015 in Richtung Saathain gemeinsam mit der Landwirtschaft und einem Sponsor einen bunten Blühstreifen aus 18 Pflanzensorten geschaffen.Im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft haben neun Landwirte auf rund 80 Hektar Nutzfläche Blühmischungen ausgesät. 56 Bienen- und zwölf Hummelarten konnten in den Blühstreifen 2013 festgestellt werden. Die Südzucker AG, die inzwischen neun Zuckerfabriken in Deutschland betreibt, hat den Anteil der Blühstreifen im Zuckerrübenanbau von 150 auf 200 Streifen erhöht.

 

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Schmetterlinge, die die Blüten der Wildblumen immer wieder anlocken, sind eine zusätzliche Augenweide. Harald Peschel vom Spremberger Regionalverband des Naturschutzbundes gelang dieses Bild bei seinen Streifzügen durch Spremberg .

 

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Das normale Bild in den Innenstädten: Die Grünflächen werden regelmäßig gemäht, ansonsten werden sie von Anliegern und Besuchern schnell als ungepflegt empfunden. Stadtverwaltungen erhalten schnell entsprechende Beschw.

                                                                                                  3907564_m1t1w500q75s1v8173_CH_DC_SEN_2260_649-GCM4HQSR3.1-GHK6J3EH7.1-ORG                                                                                                                                                                                       Foto:  Manfred Feller

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Trafoturm Hornow übergeben 001 A

 

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